Flüchtlinge starten Praktikum

Fotograf: Robert Hack; Matthias Mecking (links) mit den ersten Praktikanten

In dreitägigen Praktika werden zehn Flüchtlinge für berufliche Einstiegsqualifizierung ausgewählt. Ausbilder: „Sie sind motiviert und wollen sich beweisen“

Mitte November beginnen zehn Flüchtlinge ihre berufliche Einstiegsqualifizierung im MTU-Werk 1 von Rolls-Royce Power Systems. Doch wer soll diese Chance bekommen? „Das finden wir gerade in dreitägigen Praktika heraus“, erläutert Ausbildungsleiter Martin Stocker. In acht Blöcken werden jeweils fünf bis sechs Flüchtlinge zu einem dreitätigen Praktikum eingeladen. Diese hat die Agentur für Arbeit ausgewählt. In den drei Tagen in der MTU-Lehrwerkstatt müssen sich die Flüchtlinge sowohl theoretisch in einem Logiktest als auch praktisch an der Werkbank beweisen. Sie fertigen ein Namensschild und einen kleinen Schraubstock. Unterstützt werden sie dabei von Matthias Mecking. Er wird die Flüchtlinge sowohl während ihres Praktikums als auch während der anschließenden Einstiegsqualifizierung begleiten und wird hierfür von seinem Arbeitsplatz in der Elektronikfertigung freigestellt.

40 Flüchtlinge werden Stocker und Mecking bis Ende Oktober kennenlernen. Dann müssen sie sich entscheiden, wer die Chance der beruflichen Einstiegsqualifizierung erhält. „Wir bewerten jeden Teilnehmer nach Kriterien wie Interesse, Sprachvermögen, Fertigkeiten oder Hilfsbereitschaft“, erläutert Mecking.

Die ersten Praktikanten kamen alle aus Syrien. Ausbilder Matthias Mecking gibt zu, am Abend vor dem Praktikumsstart nervös gewesen zu sein. „Ich wusste nicht, was mich erwartet“, sagt er. Doch seine Sorge war unbegründet. „Der Start war super. Die Jungs sprechen alle deutsch, sind sehr motiviert und wollen sich beweisen.“ Doch man merke ihnen an, dass der Druck groß sei. „Sie alle wissen, dass dies eine große Chance für sie ist, die sie ergreifen wollen“. Denn auch wenn Rolls-Royce Power Systems am Ende der neunmonatigen Einstiegsqualifikation keinem der Flüchtlinge einen Ausbildungsplatz garantieren kann, ist es natürlich das Ziel von Stocker und Mecking, „ihre“ Flüchtlinge soweit zu fördern, dass sie einen Ausbildungsplatz in der Region bekommen. „Da werden wir eng mit der Agentur für Arbeit zusammenarbeiten“, sagt er zu.

"Ich wusste nicht was mich erwartet. Der Start war super. Alle sprechen deutsch und sind sehr motiviert", Matthias Mecking, Ausbilder im MTU-Werk 1 von Rolls-Royce Power Systems.

Text: Lucie Maluck

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